Halloween-Filme: die Reihenfolge der Reihe und was am 31. Oktober wirklich funktioniert
„Halloween-Filme“ meint zwei völlig verschiedene Dinge: entweder die Filmreihe um Michael Myers – 13 Filme, verteilt auf fünf Zeitlinien, die sich gegenseitig ignorieren – oder einfach Filme, die man am 31. Oktober schaut. Diese horrorfilme.net-Übersicht trennt beides. Wer die Reihe meint, findet unten die fünf Zeitlinien mit Jahreszahlen; wer einen Abend füllen will, die Auswahl nach Situation.
Die meisten Listen zu diesem Thema werfen beides in einen Topf. Dann steht der Carpenter-Klassiker von 1978 neben „Hocus Pocus“, und wer wissen wollte, in welcher Reihenfolge er die Reihe schauen soll, blättert weiter.
Warum ist die Reihenfolge der Halloween-Reihe so verworren?
Weil fast jeder neue Teil entschieden hat, welche Vorgänger er anerkennt. Es gibt 13 Filme und fünf Zeitlinien, und mehrere davon beginnen wieder beim Original von 1978. Der Grund ist Laurie Strode: Mal ist sie Michaels Schwester, mal ausdrücklich nicht. Und ein Teil der Reihe kommt ganz ohne Michael Myers aus.
In welcher Reihenfolge schaut man die Halloween-Filme?
Es gibt keine einzelne richtige Reihenfolge – es gibt fünf, und man entscheidet sich für eine.
1. Die Original-Linie (Carpenter/Akkad)
- Halloween (1978)
- Halloween II (1981)
- Halloween 4: The Return of Michael Myers (1988)
- Halloween 5: The Revenge of Michael Myers (1989)
- Halloween: The Curse of Michael Myers (1995)
Hier ist Michael Laurie Strodes Bruder und verfolgt seine Familie. Die längste durchgehende Linie.
2. Der Einzelgänger
- Halloween III: Season of the Witch (1982)
Kommt ohne Michael Myers aus. Statt Slasher gibt es Masken, einen Konzern und irische Hexerei. Der Film wurde dafür jahrzehntelang verrissen und hat inzwischen eine eigene Anhängerschaft. Wer die Reihe der Reihe wegen schaut, kann ihn überspringen – wer sich für Horrorgeschichte interessiert, sollte ihn gerade deshalb sehen.
3. Laurie-Strode-Linie, erster Anlauf
- Halloween (1978)
- Halloween II (1981)
- Halloween H20: 20 Years Later (1998)
- Halloween: Resurrection (2002)
Ignoriert die Teile 4 bis 6. Laurie bleibt Michaels Schwester.
4. Die Rob-Zombie-Linie
- Halloween (2007)
- Halloween II (2009)
Kompletter Neustart mit eigener Besetzung und deutlich härterer Gangart. Steht für sich, hat mit den anderen vier Linien nichts zu tun.
5. Laurie-Strode-Linie, zweiter Anlauf
- Halloween (1978)
- Halloween (2018)
- Halloween Kills (2021)
- Halloween Ends (2022)
Ignoriert alle Sequels, auch Halloween II von 1981. Laurie war hier nie Michaels Schwester, sondern die Babysitterin aus dem ersten Film. Kills setzt unmittelbar nach dem 2018er ein, Ends springt vier Jahre weiter.
Welcher Einstieg lohnt sich, wenn du die Reihe nicht kennst?
Unsere horrorfilme.net-Empfehlung ist Zeitlinie 5: Halloween (1978), dann Halloween (2018), Halloween Kills (2021), Halloween Ends (2022). Vier Filme, eine geschlossene Geschichte, kein Vorwissen nötig – und sie beginnt und endet mit Jamie Lee Curtis in derselben Rolle.
Der Grund ist nicht, dass diese vier die besten wären. Der Grund ist, dass man nach vier Filmen fertig ist statt nach dreizehn, und dass keiner davon eine Erklärung braucht, warum der vorherige nicht zählt.
Wer danach mehr will, nimmt die Original-Linie – aber in dem Bewusstsein, dass Teil 4 bis 6 spürbar abfallen.
Was funktioniert an Halloween ohne Michael Myers?
Der 31. Oktober ist der eine Abend im Jahr, an dem auch Leute mitschauen, die sonst keinen Horror anfassen. Danach richtet sich die Auswahl:
- Trick ‚r Treat (2007) – vier ineinander verschachtelte Halloween-Geschichten in einer Nacht. Der wohl passgenaueste Film für dieses Datum überhaupt.
- Beetlejuice (1988) – Tim Burton, mehr schräg als gruselig, funktioniert in fast jeder Runde.
- Nightmare Before Christmas (1993) – Stop-Motion, Halloween und Weihnachten in einem, für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.
- Ghostbusters (1984) – kein Horrorfilm, aber der sichere Griff, wenn die Runde gemischt ist.
- Der Carpenter-Klassiker von 1978 – wenn wirklich Horror gewünscht ist. 91 Minuten, kaum Blut, und trotzdem der Maßstab für alles, was danach kam.
Mehr Klassiker aus der Zeit stehen bei uns in der Übersicht zu den kultigen Horrorfilmen der 80er; wer lieber Ausgegrabenes sucht, findet es unter den vergessenen Perlen.
Was läuft, wenn Kinder dabei sind?
Nightmare Before Christmas, Coraline (2009), Casper (1995) und Hotel Transsilvanien (2012) tragen einen Halloween-Abend mit Kindern, ohne dass jemand nachts wach liegt. „Hocus Pocus“ (1993) gehört ebenfalls dazu, ist aber deutlich alberner, als Erwachsene es in Erinnerung haben.
Die Grenze, die in der Praxis zählt, ist nicht die Altersfreigabe, sondern der Tonwechsel: Coraline ist FSK 6 und macht trotzdem mehr Kindern Angst als mancher FSK-12-Titel, weil er ernst gemeint ist. Wer unsicher ist, nimmt lieber einen Film, der offen komisch bleibt.
Was funktioniert auf einer Halloween-Party?
Ehrlich gesagt: fast nichts, was man wirklich schauen muss. Auf einer Party wird nicht zugehört, und ein Film mit Handlung ist verschenkt.
Was funktioniert, sind Filme, die als Bild im Hintergrund tragen – kräftige Farben, wenig Dialogabhängigkeit, erkennbare Szenen: Beetlejuice, Nightmare Before Christmas, die Rob-Zombie-Teile für ein härteres Publikum. Halloween (1978) ist dafür die schlechteste Wahl der ganzen Reihe, weil er fast ausschließlich über Ruhe und Bildaufbau funktioniert. Wer ihn nebenbei laufen lässt, sieht einen langweiligen Film – und das ist er nicht.
Wenn die Deko noch fehlt: Beim Schwesterprojekt steht eine Anleitung mit 25 kostenlosen Kürbis-Schnitzvorlagen.
Was ist mit den anderen Reihen?
Halloween ist nicht die einzige Reihe, bei der die Reihenfolge Fragen aufwirft – bei Conjuring ist es sogar noch unübersichtlicher, weil dort Ableger und Hauptreihe ineinandergreifen. Und wer nach dem Abend Nachschub braucht, findet ihn in unserer Liste der 25 besten Horrorfilme aller Zeiten.
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